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Die neuen und umfangreicheren Angriffe zwischen den USA, Israel und dem Iran haben die geopolitische Unsicherheit erhöht. Das macht sich auch auf den Finanzmärkten bemerkbar. Der Ölpreis ist gestiegen, der Dollar hat an Wert gewonnen und die Aktienmärkte sind leicht gefallen, weil einige Anleger in sicherere Anlagen flüchten.

Diese Reaktionen sind jedoch in Zeiten geopolitischer Unruhen nicht ungewöhnlich. Die entscheidende Frage ist derzeit, wie sich der Konflikt entwickelt – und vor allem, was mit der Energieversorgung passiert.

Die Straße von Hormus ist der Schlüssel

Ein Großteil des weltweiten Öls und Erdgases wird durch die Straße von Hormus zwischen dem Iran und Oman transportiert. Täglich passieren etwa 20 % des weltweiten Öls diese schmale Meerenge.
Derzeit gibt es erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen, was dazu beigetragen hat, den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Eine länger andauernde Blockade könnte die Energiepreise deutlich unter Druck setzen und zu größeren Turbulenzen auf den Finanzmärkten führen. 

Gleichzeitig haben viele Länder ein starkes Interesse daran, dass sich der Verkehr schnell wieder normalisiert. Das gilt unter anderem für China, mehrere Länder im Nahen Osten und auch die USA. Daher könnte erheblicher diplomatischer Druck entstehen, um die Lage zu stabilisieren.

Für Investoren bedeutet das, dass der Energiemarkt gerade jetzt der wichtigste Kanal ist, über den der Konflikt auf die Weltwirtschaft – und damit auch auf deine Investitionen – wirkt.

Wir sind nicht übermäßig besorgt. Die Situation erhöht natürlich die Unsicherheit, aber bisher hat der Energiemarkt die größten Auswirkungen.

Søren Christensen

Chefökonom

Unsere derzeitige Einschätzung 

Der Waffenstillstand ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und verringert das Risiko, dass sich der Konflikt zu einem größeren wirtschaftlichen Schock ausweitet.

Der Rückgang des Ölpreises ist entscheidend. Niedrigere Energiepreise dämpfen den Inflationsdruck und verschaffen den Unternehmen bessere Rahmenbedingungen – gerade jetzt, wo die Bilanzsaison näher rückt. Gleichzeitig verringert sich dadurch die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen.

Wir rechnen nicht mit einer sofortigen vollständigen Normalisierung. Schäden an der Energieinfrastruktur könnten die Preise für eine gewisse Zeit höher halten als zuvor. Aber eine Stabilisierung – selbst auf einem höheren Niveau als vor dem Konflikt – ist eine deutliche Verbesserung.

Mit der Aussicht auf eine Deeskalation und niedrigere Energiepreise ist dies ein Szenario, in dem die Wirtschaft ohne größere Rückschläge weiterlaufen kann.

Was bedeutet dies für Sie als Anleger?


Der Waffenstillstand im Nahen Osten hat ein klares Signal an die Märkte gesendet – und die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Aktien steigen, die Zinsen fallen und die Energiepreise sind auf dem Weg nach unten.

Das liegt in erster Linie an der Erleichterung. Das Risiko eines länger anhaltenden Energie-Schocks ist gesunken, und das sind gute Nachrichten sowohl für die Wirtschaft als auch für die Unternehmensgewinne.

Doch die Unsicherheit ist nicht verschwunden. Das Abkommen ist vorläufig, und vieles hängt nun von den kommenden Verhandlungen ab. Deshalb muss weiterhin damit gerechnet werden, dass die Märkte je nach den Nachrichten aus dem Nahen Osten schwanken können.

Für Sie als Anleger bedeutet dies, dass kurzfristige Schwankungen ganz natürlich sind. Dafür hat sich das positive Szenario gefestigt: Wenn sich die Energiepreise stabilisieren und der Konflikt nicht wieder aufflammt, gibt es bessere Aussichten sowohl für das Wachstum als auch für die Aktienmärkte.

Deshalb behalten wir unsere positive Einschätzung von Aktien bei – mit dem Vorbehalt, dass die Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin für Unruhe sorgen können. Unser Rat bleibt daher unverändert: Halten Sie an Ihrer Strategie fest und reagieren Sie nicht auf kurzfristige Schwankungen.

Angesichts starker politischer Anreize für eine weitere Deeskalation der Lage im Nahen Osten ist genau das das Szenario, auf das die Märkte heute setzen.

Natalia Setlak

Chefanalytikerin