Neue Investmentfondsbesteuerung

Mit Einführung der neuen Investmentfondsbesteuerung zum 01.01.2018 hat der Gesetzgeber eine sogenannte Vorabpauschale eingeführt, die eine kleine jährliche Steuerzahlung auf nicht ausschüttende (thesaurierende) Investmentfonds und auch teilausschüttende Fonds gewährleiten soll.

Wie wird die Vorabpauschale ermittelt? Von wem?

Die Vorabpauschale ist die Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des Fonds und der Ausschüttung. Sie wird von uns errechnet und an das Finanzamt abgeführt.
Die Vorabpauschale wird erstmals in den ersten Börsentagen des neuen Jahres 2019 für 2018 Ihrem Verrechnungskonto bei uns belastet – Buchungstext: Fondsbesteuerung.
Die Vorabpauschale wird wie folgt ermittelt:
Basisertrag = 70 % des jährl. Basiszinses* der Deutschen Bundesbank x Rücknahmepreis der Fondsanteile zum Jahresbeginn des vorangegangenen Kalenderjahres (1.1.2018)
Von diesem Basisertrag ziehen wir die Ausschüttung des letzten Kalenderjahrs (2018) ab.
Vorabpauschale* = Basisertrag – Ausschüttung des letzten Kalenderjahres
HINWEIS: Die Vorabpauschale kann niemals negativ werden.

Für thesaurierende Fonds und Fonds mit Teilausschüttungen ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse, die sich auf den Zeitpunkt der Steuerpflicht auswirken:

a) thesaurierende Fonds
Da diese Fonds nichts ausschütten, entspricht die Vorabpauschale eins zu eins dem Basisertrag (Beispiel: Basisertrag 5 - Ausschüttung 0 = Vorabpauschale 5).

b) teilausschüttende Fonds
Ist die Teilausschüttung geringer als der Basisertrag (Beispiel: Basisertrag 5 – Teilausschüttung 2 = Vorabpauschale 3) muss der Anleger den ausgeschütteten Anteil und die Vorabpauschale zu unterschiedlichen Zeitpunkten versteuern: Die Teilausschüttung fließt dem Anleger aus steuerlicher Sicht zu, sobald er darüber verfügen kann. Die Vorabpauschale gilt dagegen erst am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen. Da der Basisertrag gesetzlich gedeckelt ist, kann die Ausschüttung auch höher sein als der Basisertrag.

Wenn die Ausschüttung also höher ist als der Basisertrag oder aber der Fonds im vorangegangenen Jahr (2018) eine negative Wertentwicklung aufweist, wird Ihnen keine Vorabpauschale belastet.

Durch die Vorabpauschale kommt es nicht zu einer Doppelbesteuerung – bei Verkauf der Investmentfondsanteile wird der dann zu versteuernde Gewinn um die bereits belasteten Vorabpauschalen der gesamten Haltedauer nach dem 01.01.2018 reduziert.

Ein veranschaulichendes Video zum Thema Vorabpauschale finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Fondsverbandes „bvi“ unter diesem Link:

https://www.youtube.com/embed/PxS4a_R2oKc?rel=0&controls=0&showinfo=0 

* Basiszinssatz 2018: 0,87% - 70% hiervon: 0,61%

Kirchensteuer

Seit 2015 sind Banken und Sparkassen verpflichtet, Kirchensteuer von den abgeltend besteuerten Kapitalerträgen ihrer Kunden einzubehalten und an die Finanzbehörden abzuführen.

Alle Banken fragen zukünftig jährlich zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober beim Bundeszentralamt für Steuern nach, ob Sie kirchensteuerpflichtig sind – erstmals im Jahr 2014. Gegenstand dieser Datenabfrage ist das sogenannte Kirchensteuerabzugsmerkmal (KiStAM). Das KiStAM gibt Auskunft über Ihre Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft und den gültigen Kirchensteuersatz.

Wenn Sie mit der Übermittlung des Kirchensteuerabzugsmerkmals an Ihre Bank einverstanden sind, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Die auf die Abgeltungssteuer entfallende Kirchensteuer wird zukünftig korrekt abgeführt.

Sind Sie mit der Übermittlung des Kirchensteuerabzugsmerkmals an Ihre Bank nicht einverstanden, können Sie schriftlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) einen Sperrvermerk eintragen lassen. Das Formular finden Sie unter www.formulare-bfinv.de. Der Sperrvermerk muss spätestens am 30.06. beim BZSt eingehen. Das Finanzamt ist dann gesetzlich verpflichtet, Sie wegen Ihrer Sperre zur Abgabe einer Kirchensteuererklärung aufzufordern.

Sofern Sie keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft / Kirche angehören, sind Sie nicht betroffen und müssen nichts unternehmen.

 

Automatischer Informationsaustausch zur Kirchensteuer

 

Dänische Quellensteuer auf Dividenden

Auf die Dividenden aus dänischen Einzelaktien behält der dänische Staat eine Quellensteuer in Höhe von 27% ein. Aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Dänemark und Deutschland sind davon 12%-Punkte erstattungsfähig. Unter den nachfolgenden Links finden Sie Onlineformulare zur Erstattung dieses Steuerabzuges -zurzeit leider nur in dänisch und englisch erhältlich. Dieser Antrag gilt auch für die erstattungsfähigen 12%-Punkte aus der Ertragsausschüttung des Sydinvest Danish Equities.
Haben Sie Fragen hierzu, sprechen Sie Ihren steuerlichen Berater oder Ihren Berater in der Sydbank an.

Dänisches Onlineformular

Englisches Onlineformular

Reform der Investmentfondsbesteuerung per 01.01.2018

Am 01.01.2018 ändert sich die Besteuerung von Erträgen aus Investmentfonds:

  • Abkehr vom Prinzip der transparenten Besteuerung hin zur intransparenten Besteuerung
  • Gleichbehandlung von in- und ausländischen, ausschüttenden und thesaurierenden Investmentfonds
  • Einführung einer 15% Steuerpflicht des Fondsvermögens auf inländische Dividenden- und Immobilienerträge.
  • Zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung erhalten deutsche Anleger einen Ausgleich in Form einer Teilfreistellung von der Abgeltungsteuer. Die Höhe dieser teilweisen Steuerbefreiung richtet sich nach der Art des Fonds: Beispielsweise 30% für Privatanleger mit Aktienfonds (min. 51% Aktienanteil), 15% für Privatanleger mit Mischfonds (min,. 25% Aktienanteil)
  • Der Bestandsschutz für Fondsanteile, die vor 2009 gekauft wurden, fällt weg. Kurserträge auf Altbestände bis zum 31.12.17 bleiben jedoch steuerfrei. Kurserträge ab 1.1.2018 auf diese Bestände bleiben steuerfrei bis zu einem unbefristeten persönlichen Freibetrag von EUR 100.000.
  • Mit der Einführung einer Vorabpauschale will der Gesetzgeber sicherstellen, dass Fonds mit positiver Kursentwicklung, aber ohne oder nur mit geringer Ausschüttung, jährlich einer Mindestbesteuerung unterliegen.

So werden Ausschüttungen zukünftig behandelt:

Beispiel: Sydbank Vermögensverwaltung Dynamisch (eingestuft als Aktienfonds):
Angenommen der Fonds erhält EUR 1.000,00 Ertrag. Wieviel erhalten Sie als Privatanleger/in:

Inländsche Dividende EUR 1.000,00
-15% Fondsbesteuerung EUR 150,00
=Ausschüttung EUR 850,00
-30% Teilfreistellung EUR 255,00
=Grundlage Abgeltungssteuer EUR 595,00
-25% Abgeltungsteuer/5,5% Soli EUR 156,93
= Ausschüttung Netto: EUR 693,07

 

So werden Thesaurierungen zukünftig behandelt:

Beispiel: Ein Fondsanteil steigt vom 1.1.-31.12. von EUR 1.000 auf EUR 1.100. Es findet keine Ausschüttung statt. Die Vorabpauschale beträgt 0,77% (1,1% Basiszins x 70%) auf EUR 1.000 (Preis am 1.1.) = EUR 77,00 pro Anteil. Diese Vorabpauschale wird am 1. Banktag des Folgejahres belastet.

So werden Veräußerungserlöse zukünftig behandelt:

Beispiel Aktienfonds:

Veräusserungsgewinn seit dem 1.1.18: EUR 500,00
-Gezahlte Vorabpauschalen seit dem 1.1.18 EUR 75,00
=Steuerpflichtiger Veräusserungsgewinn: EUR 425,00
-30% Teilfreistellung EUR 255,00 EUR 127,50
=Bemessungsgrundlage Abgeltungssteuer EUR 297,50

Abgeltungssteuer

 

Am 1. Januar 2009 wurde die Abgeltungssteuer eingeführt, von der jeder in Deutschland steuerpflichtige Privatanleger betroffen ist. Die Abgeltungsteuer ist eine Kapitalertragssteuer, die als Quellensteuer durch Steuerabzug direkt bei der auszahlenden Stelle abgegolten wird. Eine gesonderte Veranlagung wird hierdurch weitestgehend überflüssig.
Die Abgeltungssteuer beträgt aktuell 25%, zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag und ggfs. die Kirchensteuer 8 bzw. 9% auf den Abgeltungssteuerbetrag (Stand 12.2017).

Als Quellensteuer wird die Abgeltungssteuer direkt an der Quelle der Entstehung (z.B. bei Gutschrift von Zinsen oder Dividenden oder bei Realisierung eines Kursgewinns) einbehalten und anonym an das Finanzamt abgeführt. Sie als Anleger bekommen nur den bereits um die Steuer bereinigten Ertrag ausgezahlt.
Realisierte Kursverluste werden nach Möglichkeit mit steuerpflichtigen Kursgewinnen und sonstigen Erträgen verrechnet. Aktienkursgewinne können ausschließlich mit Aktienkursgewinnen verrechnet werden.
Eine Vermeidung / Verminderung der Steuerpflicht durch einen Freistellungsauftrag ist möglich.

Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

 

Informationsaustausch (FATCA/CRS)

Als Folge der CRS-Gesetzgebung der OECD sowie der FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) haben u.a. Dänemark, Deutschland sowie die OECD und die Vereinigten Staaten vereinbart, steuerrelevante Informationen auszutauschen. Das Abkommen bedeutet, dass finanzielle Institute Kontensalden von Personen oder Unternehmen, die steueransässig in einem OECD oder in den Vereinigten Staaten sind, ermitteln und dokumentieren und diese an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) melden. Das BZSt informiert dann die Finanzbehörden im jeweiligen Land. 

Haben Sie ein Anschreiben von der Sydbank erhalten oder sind Sie von der Sydbank kontaktiert worden mit der Bitte Informationen einzureichen, bitten wir Sie, das unten angeführte Dokument auszufüllen und an uns gemäß Schreiben zu übermitteln. Bitte nutzen Sie folgende Links: 

 

FAQs auf deutsch

 

FAQs auf dänisch

 

FAQs auf englisch

 

Selbstauskunft Firmen (dänisch)

 

Selbstauskunft Firmen (deutsch)

 

Selbstauskunft Firmen (englisch)

 

Selbstauskunft Privatkunden (deutsch)

 

Selbstauskunft Privatkunden (dänisch)

 

Selbstauskunft Privatkunden (englisch)